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Wie
kann man den Orang-Utans helfen?
Die
Zerstörung des Lebensraumes können wir durchaus beeinflussen,
indem wir keine Tropenhölzer kaufen und wenn, dann nur aus
nachhaltiger Forstwirtschaft und indem wir den Biodiesel-Unsinn
nicht mitmachen. Das Schlimme ist dabei, dass der Biodiesel-Unsinn
ganz wesentlich von Umweltschützern propagiert worden ist
als eine Massnahme gegen den Klima-Wandel. Eine fatale Zwickmühle,
bei der natürlich wirtschaftliche Interessen eine grosse
Rolle spielen.
Orang-Utans
pflanzen sich nur langsam fort. Ein Orang-Utan-Weibchen bekommt
im Laufe seines Lebens durchschnittlich nur drei Junge. Diese
niedrige Geburtenrate macht eine Orang-Utan-Population
extrem anfällig für Störungen.
Überhaupt
haben die Tiere einen langen und langsamen Lebenszyklus. Die Lebenserwartung
eines wilden Orang-Utans beträgt 35 bis 40 Jahre. Erst mit 6 bis
9 Jahren wird ein Jungtier unabhängig von seiner Mutter und mit
14 Jahren ist es geschlechtsreif.
In freier Natur leben heute noch etwa 7.300 Sumatra-Orangs.
Von der Borneo-Art könnte es sogar noch mehr als 40.000 Tiere
geben. Der Verfasser hält diese Zahlen für sehr optimistisch;
es können auch erheblich weniger sein, da sich die Lebensraum-Situation
für die Tiere in den letzten Jahren vor allem durch den Agrarsprit-Unsinn
dramatisch verschlechtert.
Interessant
ist der Versuch, im Bukit Tigapuluh National Park im Osten
Sumatras
eine Auswilderungsstation für Orang-Utans einzurichten, in
der mittlerweile mehr als 70 Tiere leben.
Zoo-Haltung
von Orang-Utans:
Orang-Utans
sind so sehr bedroht, dass sie vielleicht als erste Menschenaffenart
aussterben werden. Die zoologischen Gärten können
(!) einen wichtigen Beitrag leisten zu ihrer Rettung - es ist
eine kleine Wiedergutmachung an dem Tierverbrauch, der
von den Zoos bis in die jüngste Vergangenheit praktiziert
wurde:
Im
Rahmen von Artenschutzprogrammen beteiligen sich viele
Zoos
mittlerweile an der Erhaltungszucht gefährdeter Tierarten.
Auf der ganzen Welt waren daran (Stand 2010) insgesamt 935 Orang-Utans
in 212 Tierhaltungen beteiligt.
Das
Europäische Erhaltungszucht-Programm (EEP) für
Orang Utans wird vom Zoo Karlsruhe koordiniert. In dieses
Programm sind 155 Sumatra-Orangs integriert, die in 29 europäischen
Zoos gehalten werden und 161 Borneo-Orangs in 35 Zoos (Stand Anfang
2011).
In
Deutschland beteiligen sich folgende Zoos an der Erhaltungszucht
des Sumatra-Orang-Utans: Berlin (West), Dortmund, Dresden, Duisburg,
Frankfurt, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Leipzig, München, Neunkirchen,
Osnabrück und Stuttgart.
Am
Programm für die Art von Borneo beteiligen sich Berlin (West),
Duisburg, Köln, Krefeld, Münster und Rostock. In Rostock
ist allerdings die Haltung sehr schlecht, das wird sich aber vermutlich
ab Herbst 2012 mit der Einweihung der neuen Affenanlage ("Darwineum")
radikal ändern.
Recht
interessante Anlagen gibt es in Leipzig, Hamburg und
Münster.
Evtl.
in anderen Tierhaltungen in Deutschland lebende Orangs sind nicht
ins EEP integriert, sondern aus irgendwelchen Gründen von
der Zucht ausgeschlossen.
Ziel
der Erhaltungszucht-Programme ist die Sicherstellung eines
Gen-Pools für die (düstere) Zukunft, die Verhinderung
der Entnahme von Wildtieren aus der freien Natur und die Auswilderung
der Nachzuchten in geeigneten Biotopen.
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